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Vernetzung der Brasilien-Solidariäts-Arbeit in Österreich
Rückblick und Vorausschau
Vorbemerkungen:
Unser «Netzwerk» erfasst nicht die gesamte Brasilien-Solidariäts-Arbeit in Österreich – es kann daher in diesem Text nur über die Soliarbeit uns bekannter Initiativen berichtet werden.
1. Geschichte und aktueller Stand der "Werkzeuge der Vernetzung"
Die Soliarbeit zu Brasilien - mit dem Aufbau von Gruppen, der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in Brasilien und Öffentlichkeits- und Lobby-Arbeit hier in Österreich - wurde
- von zurückgekehrten "EntwicklungshelferInnen" des ÖED und des IIZ.
- von "Aktivistinnen" aus der um 1968 entstandenen "Alternativszene" und
- von Pfarrgruppen, die über "MissionarInnen" Kontakt zu Brasilien hatten, begründet und ausgebaut.
Die Notwendigkeit, nicht nur mit Brasiliengruppen, sondern auch mit allen anderen Dritte-Welt-Gruppen zusammenzuarbeiten, wurde von Anfang an erkannt. In Graz entstanden die ersten entwicklungspolitschen Arbeitskreise und informelle Plattformen, wie das Lateinamerika-Kommitee (LAKOM-Graz), in den frühen 70er Jahren.
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1.1 Brasilien-SolidaritÄts-Treffen
Das erste Gesamtösterreichische Brasiliengruppentreffen fand am 26.5.1984 in Graz in der Pfarre St. Peter statt und wurde von Barbara Kofler und dem 3.Weltladen organisiert. die TeilnehmerInnen kamen aus Graz, Linz, Klagenfurt, Wien und Innsbruck.
Unter dem Motto "Um povo unido e organizado jamais será vencido" wurden als Ziele / Funktion dieser Treffen definiert:
- Austausch von Informationen über Brasilien
- Austausch von Aktionsformen
- gemeinsame Schwerpunkte
- Kennenlernen
- Definition von Kontaktpersonen in den Bundesländern
Am 3. und 4. Juni 1989 fand in Klagenfurt bereits das 8. Treffen statt.
Diese gesamtösterreichischen Treffen der 80er Jahre dauerten in der Regel von Freitag Nachmittag bis Sonntag Mitttag. Für die zahlreichen (bis zu 50) TeilnehmerInnen war dabei eine weite Anreisen, z.B. von Wien nach Innsbruck, kein Hinderniss - auch ein Indiz für die große Bedeutung dieser Treffen für den Aufbau einer gemeinsamen Soliarbeit.
Ab den 90er Jahren entwickelten sich lokalere, aber überregional ausgeschriebene Treffen mit TeilnehmerInnen vorwiegend aus der veranstaltenden Region und einzelnen "Delegierten" aus entfernten Regionen - bevorzugt im Zusammenhang mit Besuchen von ProjektpartnerInnen aus Brasilien. Sie dauerten in der Regel von Samstag Mittag bis Sonntag Mittag.
Der Trend zu lokaleren und kürzeren Treffen entspricht den geänderten Rahmenbedingungen:
- es gibt neue / raschere / bessere Möglichkeiten zur Beschaffung / zum Austausch von Information über Brasilien (Fachzeitschriften, später das Internet ua.)
- die berufliche Überlastung der weniger werdenden AktivistInnen hat stark zugenommen.
In dieser Phase wurden die "Brasiliengruppentreffen" in "Brasilien-Solidaritäts-Treffen" umbenannt. Damit sollte berücksichtigt werden, dass Soliarbeit zu Brasilien auch von / in Organisationen und Gruppen durchgeführt wird, die sich nicht nur über Aktivitäten in Brasilien definieren, wie zB. die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Menschenrechtsgruppen oder Schulen und Universitätsinstitute.
Ab 1994 finden sich in unserer inzwischen eingerichteten Datenbank die Zahlen der Teilnehmerinnen: 1994 / Graz (20); 1995 / Innsbruck (15); 1996 / Scheibbs (12); 1996 / Sekirn (18); 1997 / Amstätten (19); 1997 / Graz (19); 1998 / Höchst (19); 1999 / Innsbruck (18); 2000 / Jagerberg (29); 2001 / Weiz (25); 2002 / Klagenfurt (23); 2003 / Graz (23); 2004 / Villach (17); 2005 / Graz (43); 2006 / Weiz (20); 2007/ Wels (37); 2009 / Graz (30); 2010 / Graz (22).
Von den TeilnehmerInnen wurde / wird betont, dass die Treffen einen nicht verzichtbaren Beitrag leisten
- zur gegenseitigen "Stärkung auf dem langen gemeinsamen Weg",
- zur Beratung über konkrete Fragen der Zusammenarbeit mit den ProjektpartnerInnen in Brasilien und
- zur Arbeit in Österreich (Informationsarbeit, Geldbeschaffung).
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1.2 Die Zeitschrift BRASILIEN-info
Das "BRASILIEN-info" der österreichischen Brasilien-Solidartät gibt es seit der 2. Hälfte der 80er Jahre - das erste noch im Original vorhandene Info vom 5. Juli 1989 trägt die Nummer 5.
An der redaktionellen Arbeit, Layout, Vervielfältigung und Versand waren viele verschiedene Gruppen und Personen beteiligt.
Zum Inhalt:
- Anfangszeit: Weitergabe wichtiger Informationen zur Situation in Brasilien; Ausschnitte aus deutschsprachigen Zeitungen; Übersetzungen der von ProjektpartnerInnen gesandten Berichte, Zeitungsausschnitte, Statistiken etc.; Einladungen zu Brasiliengruppen-Treffen und Berichte.
- Später: "neue Blattlinie" - Austausch von Erfahrungen der Soliarbeit hier und in Brasilien; Grundsatzdiskussionen; Parallelarbeit zu Zeitschriften wie den "Brasilien Nachrichten" (Freiburg) sollten vermieden werden.
Layout:
- Technik: anfangs Schreibmaschine, Schere und Klebstoff; später schrittweise Übergang zu Computer, heute professionelles Layout-Programm
- Gestaltung: in Gemeinschaftsarbeit entstanden, die Eigenheiten der Beteiligten wurden beibehalten, da sie eine spezifisches Identität und Erkennbarkeit bewirkten (Urteil eines führenden Zeitungsgestalters: "BRASILIEN-info hat eine spezifische Ästhetik, ... auf keinen Fall ändern").
Vervielfältigung:
- bis Mitte / Ende der 90er Jahre war es möglich, das Info gratis oder zum Selbstkostenpreis bei verschiedenen Organisationen oder öffentlichen Einrichtungen zu vervielfältigen (anfangs Kopierer, später auf leistungsfähigem Drucker), Sortieren und Heften durch Brasiliengruppen; jetzt wegen zunehmendem "Kostenbewußtsein" bei den Organisationen nicht mehr möglich.
- derzeit: Druck bei einer der Soliszene nahestehenden Druckerei (Khil-Graz).
Versand:
- anfangs:von Gruppen durchgeführt, geringer Unkostenbeitrag (von einigen BezieherInnen bezahlt), Porto zeitweise von Gruppen übernommen,
- jetzt: durch Redaktion (LAKOM-Graz), geringe Rücklagen fast aufgebraucht.
Echo von LeserInnen:
Zeitschrift wichtig, damit das Netzwerk der Brasilien-Gruppen wahrnehmbar bleibt; www ersetzt nicht "angreifbares" BRASILIEN-info, das "herumliegt".
Aktuelle Situation / Probleme / Lösungsmöglichkeiten:
- Inhalte: Beiträge zu unserer Soliarbeit kommen selten (Überlastung der AktivistInnen, geringere Bedeutung neben dem Internet)
- Kosten: Suche nach billigen Möglichkeiten zur Vervielfältigung; Porto-Einsparung durch lokale Verteilung innerhalb der Gruppen
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1.3 Zur homepage der Österreichischen Brasilien-SolidaritÄt
Die Homepage wurde ursprünglich von Gusti Glanzer und der Brasiliengruppe der Pfarre Schutzengel / Graz eingerichtet. Es gab gleich von Anfang an zahlreicher Zugriffe.
Die Seite wurde dann im Rahmen einer Projektarbeit von SchülerInnen des Kepler-Gymnasiums Graz überarbeitet. Die Wartung (die Seite lag auf dem Server der Schule) und die Übertragung auf den Server von Gusti Glanzers Reisebüro "Amigo-Tour" gestalteten sich schwierig. Die Probleme sind vorüber, seitdem Martin Schichl die homepage auf einem Server seiner Firma speichert. Die homepage wird derzeit mit der Hilfe von Fachleuten neu gestaltet und programmiert.
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1.4 Das Forum "BR-info INTERN"
Unser neues Komunikations-System "BRinfo INTERN" ist eine Teil unserer Datenbank und liegt auf unserem nur für diesen Zweck verwendeten Server. Es kann über die homepage, mit dem gleichen Benutzernamen und Passwort wie die anderen Teile der Datenbank, erreicht werden.
Nachrichten können direkt mit derTastatur eingegeben werden oder als "nur Text" aus einem Textprogramm mit "kopieren" und "einfügen" übernommen werden.
Teilnehmer an unserem Netzwerk (deren Daten in der Datenbank stehen) können Name und Adresse durch Anklicken aus einer Auswahlliste übernehmen.
Sämtliche Beiträge bleiben sichtbar bis sie gelöscht werden. Da das System innerhalb der Datenbank funktioniert, können Texte zu einem bestimmten Thema, oder Texte von einem oder an einen bestimmten Teilnehmer, gemeinsam abgefragt werden. Dieses Forum ist derzeit ein erster Entwurf, Anpassungen sind relativ leicht durchzuführen, da nur die von dem Programm zur Verfügung gestellten Elemente verwendet wurden.
Als eine Lösung, die "alle Interessierten" anspricht, könnte "BRinfo INTERN" eine Ergänzung zur direkten Benachrichtigung einzelner AdressatInnen über e-mail sein.
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1.5 Die Datenbank der Österreichischen BrasiliensolidaritÄt
Die Notwendigkeit, an unserer Soliarbeit beteiligte Gruppen, Organisationen und Personen in Österreich und Brasilien und ihre Zusammenarbeit zu erfassen, wurde erstmals 2004 auf dem Treffen in Villach formuliert.
Anlass war die Beobachtung, dass es Kooperationen von Gruppen hier und dort zum gleichen Thema gab, die den Beteiligten nicht bekannt waren. Darüber hinaus wurde erkannt, dass eine Dokumentation der aktuellen Arbeit Vorteile und Verbesserungen bei der Planung und Durchführung von Partnerschaften und Projekten bringen würde.
Die arbeitsintensive Sammlung der ersten Daten konnte Dank einer Unterstützung durch die Steiermärkische Landesregierung von 2 dafür freigestellten Personen durchgeführt werden. Bei dieser 2007 durchgeführten ersten Erhebung wurden ca. 55 Gruppen in Österreich und 65 Gruppen in Brasilien und 70 Kooperationen / Partnerschaften registriert.
Die Programmierung des Datenbankanwendung wurde vom LAKOM-Graz durchgeführt (Weiterentwicklung der schon länger verwendeten Anwendung).
Die Suche nach einer preisgünstigen, zuverlässigen und auch von eigenen Rechnern aus bedienbaren Möglichkeit, die Datenbank an das Internet zu bringen gestaltete sich schwieriger als erwartet.
Nach vielen Rückschlägen ist jetzt auch die Datenbank auf einem Server von Martin Schichl gespeichert.
Alle Daten sind damit (über ein Passwort) allen Teilnehmern an unserem Netzwerk zugängig, einige ausgewählte Daten sind auch (ohne spezielles Passwort) für die Öffentlichkeit lesbar.
Zur Kommunikation per Email: Über die Datenbank können spezifische Adressenlisten für Aussendungen an verschiedene Zielgruppen hergestellt werden.
Die Bedienung der Datenbank wird auf der Homepage www.brasilieninfo.org ausführlich beschrieben.
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Für die Aktualisierung der Daten zu bestimmten Regionen in Österreich und Brasilien suchen wir MitarbeiterInnen
(Meldungen an info@brasilieninfo.org)
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